Das Women's Tribune entstand im März 2009 in Essaouira dank des Willens der Frauen Marokkos und seiner Gründerin Fathia Bennis, unterstützt von André Azoulay, Berater Seiner Majestät des Königs Mohammed VI., dessen Gedanken sich bereits 2003 den Frauen zugewandt hatten. So feiert das Women's Tribune seit nunmehr fünf Jahren das Engagement der Frau beim Aufbau und der Konsolidierung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systeme des Mittelmeerraums. Mehr als nur ein Raum für Dialog, Beratung und Austausch für all diese Frauen aus dem Maghreb, Afrika, der arabischen Welt und dem Mittelmeerraum, ist das Women's Tribune auch ein Rahmen für die Sichtbarkeit derjenigen, die kämpfen, erschaffen, sich engagieren und deren tägliches Handeln im Stillen geschieht. Immer präsenter und engagierter, benötigen diese Frauen des Mittelmeerraums und Afrikas Räume, um sich auszutauschen, zu debattieren und von ihren gemeinsamen Erfahrungen zu zeugen. Und genau das ist das Ziel des Women's Tribune: eine Plattform anzubieten, die allen offensteht, Männern wie Frauen, um gemeinsam über Lösungen für die Schwierigkeiten nachzudenken, denen Frauen bei ihrem Streben nach Chancengleichheit begegnen können.
„Es geht in der Tat darum, ihre Stimmen, ihre Ansätze und ihre konkreten Vorschläge Gehör zu verschaffen, um beim Aufbau einer gerechteren Gesellschaft voranzukommen, die in der Lage ist, sich an die Herausforderungen anzupassen, die die Zukunft stellt“, fügt Fathia Bennis, Präsidentin des Vereins Women's Tribune, hinzu. Nachdem 2009 die Verbindungen zwischen Bildung, Wirtschaft und Politik erörtert wurden und 2010 das Thema Frauen und Macht, vom Diskurs zur Tat, behandelt wurde, gefolgt von einer Analyse des Engagements von Frauen für gute Regierungsführung im Jahr 2011, interessierte sich das Women's Tribune 2012 für die Beziehungen zwischen Frau und Gesellschaft, indem es die gemachten Feststellungen mit konkretem Handeln verband. „Diese Ausgabe ist jedoch noch mehr als die anderen durch die Relevanz des politischen Kontextes geprägt, in dem wir uns befinden, am Vorabend der für 2015 geplanten Regionalwahlen“, betonte Fathia Bennis.
Diese fünfte Ausgabe, die unter der Schirmherrschaft Seiner Majestät des Königs Mohammed VI. steht, wird den Ehrgeiz haben, einen Raum für Austausch rund um das Thema der „Regionalisierung aus weiblicher Sicht“ anzubieten. Mehrere politische und wirtschaftliche Persönlichkeiten sowie Vertreter der Zivilgesellschaft werden zwei Tage lang debattieren, um die damit verbundenen Versprechen, Stärken und Herausforderungen zu diskutieren und die Debatten mit ihren jeweiligen Erfahrungen bereichern. Der erste Tag wird der Diskussion über die verschiedenen Modelle der Dezentralisierung und Regionalisierung in der Welt gewidmet sein und die wesentliche Frage nach dem Platz der Frau in diesem Prozess stellen. Der zweite Tag wird sich mit der Spezifität des amerikanischen Regionalisierungsmodells befassen, aber auch mit den neuen Wegen der Teilhabe von Frauen über das Bildungs- und Sportnetzwerk. Um dieses riesige Vorhaben zu beleuchten, verpflichtet sich diese Ausgabe, die gekreuzten Blicke zu vervielfachen, um unsere Vision über die anderswo in der Welt erfolgreichen Erfahrungen zu bereichern. So wird ein Expertengremium ein weltweites Panorama der Erfahrungen von Dezentralisierung und Regionalisierung in Bezug auf den spezifischen Platz und die Rolle der Frauen erstellen.
Auf die gleiche Weise wird ein runder Tisch einige spezifische Rückmeldungen zu Erfahrungen über die Organisation der Mächte, die Regionalisierung und den Platz der Frauen detailliert darstellen. Mehrere Vertreter von NGOs, Stiftungen und nationalen sowie internationalen Vereinen, die eingeladen sind, werden die wichtige Rolle erwähnen, die sie bei der regionalen Entwicklung zu spielen haben, ebenso wie die Bildungs- und Sportinfrastrukturen, die wichtig bleiben, um eine territoriale Vernetzung im Dienste der Frauen aufzubauen. Über die von bedeutenden Spezialisten gelieferten Synthesen hinaus bleiben die Austausche mit dem Publikum privilegierte Momente, um die Bedürfnisse, Forderungen und Fragestellungen der Zivilgesellschaft Gehör zu verschaffen, die herzlich eingeladen ist, an diesen Begegnungen teilzunehmen, wie es bei den vorherigen Ausgaben der Fall war.
„Das ist in der Tat das Ziel, das das Handeln und den Ansatz des Women's Tribune leitet: das Wissen und die aufgeklärte Erfahrung von Experten mit den Bürgern zu teilen, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Meilensteine umgesetzt werden können, die den Platz der Frauen festigen und so dazu beitragen werden, das Gleichgewicht der gesamten Gesellschaft zu sichern“, schließt die Präsidentin schließlich. Eine „Erfolgsgeschichte“ aus weiblicher Sicht: Als Doktorandin in internationalen Wirtschaftsbeziehungen zeichnet sich die berufliche Laufbahn von Fathia Bennis durch eine Abfolge von hohen Verantwortungspositionen in Marokko aus.
Sie setzte sich sehr schnell in einem traditionell männlichen Umfeld durch: dem der Wirtschaft und Finanzen. Zunächst als leitende Angestellte bei der Bank Al-Maghrib, übernahm sie unter anderem die Leitung sensibler Dossiers wie des IWF und der Umstrukturierung des nationalen Geldmarktes.
Von 1998 bis 2000 wurde sie die erste weibliche Generaldirektorin der Börse von Casablanca und akzeptierte danach, das Kostüm der Generaldirektorin des O.N.M.T. anzuziehen.
Sie ist derzeit Präsidentin und Generaldirektorin von Maroclear, dem zentralen Verwahrer von Wertpapieren in Marokko. Ihr Engagement in der Zivilgesellschaft ist ebenso bemerkenswert: Sie ist außerdem Mitglied in elf Vereinen, darunter das Women's Tribune; ihr außergewöhnlicher Werdegang brachte ihr zahlreiche Ehrungen ein, darunter den nicht weniger begehrten Ritter des Nationalen Verdienstordens der Französischen Republik.
Lieferant / Quelle : Le Matin